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Infoabend – Kinderbetreuung als Nebenjob: 05.07.2017

Kinderbetreuung über MoKiS und der Unterschied zum Babysitter

Was ist ein Babysitter genau? Ein Babysitter ist eine Person, die sich tage- oder stundenweise statt der Eltern um dessen Babys und Kleinkinder kümmert, die also nicht ihre eigenen Kinder sind.

Babysitter betreuen die Kinder meist in den Zeiten, in denen die Eltern außer Haus sind, häufig in den Abendstunden und nachts, teilweise aber auch tagsüber, je nach Bedarf der Eltern. Es sind meist Schüler/-innen und Studierende, die als Babysitter arbeiten, um damit etwas Geld zu verdienen – und immer häufiger auch Senioren/-innen. Babysitter, die aus der Familie oder dem näheren Verwandtenkreis kommen, erhalten wenig oder gar kein Geld für ihre Arbeit (z.B. erhalten ältere Kinder meist nur einen Obolus). Anders verhält es sich beim professionellen Babysitter. Der Babysitter kann für Eltern sehr teuer werden, wenn pro Stunde zwischen 15 und 20 Euro verlangt werden.

Der Stundenbedarf, die Dauer der gesamten Beschäftigungszeit (Wochen, Monate oder Jahre) und die Vergütung der Babysitter werden zumeist nur mündlich vereinbart. Ein richtiger Arbeitsvertrag wird üblicherweise nicht abgeschlossen. Babysitter ist zudem keine Berufsbezeichnung. Mittlerweile gibt es zahlreiche (Web-)Agenturen, die Babysitter gegen Bezahlung vermitteln. Hierbei ist zu beachten, dass die Agenturen (neben dem Babysitter) mitverdienen und die Preise dementsprechend höher sind.

Es gibt einige Unterschiede zwischen dem klassischen Babysitter und der Kinderbetreuung über MoKiS.

Babysitter verfügen in der Regel über keine spezifische Ausbildung. Bei MoKiS müssen die Betreuungspersonen vor der Tätigkeit der Kinderbetreuung eine Eignungsfeststellung durchlaufen. Nicht nur werden sie vom zuständigen Jugendamt überprüft, inkl. erweitertem Führungszeugnis und Gesundheitsattest, sondern sie müssen auch einen Basis-Kurs besuchen. Dieser beinhaltet u.a. die Kommunikation mit Eltern, das Thema Kinderbetreuung (mit dem Kind spielen, das Kind betreuen, Abendessen kochen etc.), Finanzen und Recht, aber auch einen Erste Hilfe Kurs für Kleinkinder und Säuglinge.

Ein normaler Babysitter hat in der Regel keine Kurse besucht oder wurde vor der Tätigkeit nicht über die oben genannten Themen aufgeklärt oder darin geschult. Auch muss er in der Regel kein Führungszeugnis vorlegen, sodass die Eltern und Alleinerziehenden sich nur auf ihr Bauchgefühl verlassen können – dieses ist zwar essentiell, jedoch ist eine Überprüfung der Einträge im Führungszeugnis beim Umgang mit Kindern rechtlich betrachtet notwendig und auch sinnvoll.

Desweiteren werden Babysitter häufig für kurze Einsätze oder Perioden eingesetzt, wenn ihr Stundenlohn hoch ist. Sobald sie langfristig und kontinuierlich eingesetzt werden sollen, können sich Eltern und Alleinerziehende häufig keine mehr leisten oder der Stundenlohn muss herabgesetzt werden.

Dies ist bei MoKiS anders. Die Betreuungspersonen erfahren von den Eltern das Betreuungskontingent, was je nach Jugendamt und Arbeitsstelle der Eltern/ Alleinerziehenden variieren kann. In der Regel können Betreuungspersonen ihr monatliches Stundenkontingent max. bis zu sechs Monate im Voraus erfahren. Dies bedeutet, dass Betreuungspersonen über MoKiS in der Regel einen langfristigen (so ist es jedenfalls aufgrund des Kindeswohls gewünscht) und vor allem geregelten Nebenjob haben. Die Eltern müssen sich nicht um die Bezahlung der Betreuungspersonen kümmern, so wie sonst bei dem Babysitter, sondern der Vertrag wird lediglich mit dem jeweiligen Jugendamt geschlossen. Außerdem werden Babysitter selten je nach Anzahl der Kinder bezahlt, sondern erhalten eine Pauschale. Im Gegensatz zum regulären Babysitter erhält die Betreuungsperson klar geregelte Sätze je nach Anzahl der Kinder und auch je nach Tag- oder Nachtstunden – letzteres ist auch beim Babysitter häufig nicht klar geregelt.

Normale Babysitter zahlen oftmals auch keine Steuern und sind auch oft nicht versichert. Im Zweifelsfall können sie bei Schäden oder Unfällen haftbar gemacht werden. Zudem klären Eltern und Alleinerziehende die Beschäftigten nicht auf, auch da sie häufig selbst nicht wissen, welche Unterlagen und Anmeldungen notwendig sind, um eine solche Tätigkeit offiziell und legal ausüben zu dürfen. Auch wollen oder können Eltern und Alleinerziehende kein zusätzliches Geld zahlen, um die Babysitter ordnungsgemäß als Teilzeitangestellte oder Minijobber anzumelden. Auch dies ist bei MoKiS anders. Je nach erzielten Einnahmen durch die Tätigkeit in der Kinderbetreuung und die entsprechenden Abgaben (bei gleichzeitigem Erhalt von entsprechenden Entgelten, s. Tabelle), zahlen Betreuungspersonen auch in die SV, RV, Alterssicherung, KV und PV ein, was entsprechend angerechnet wird und sich bspw. positiv auf die Rente auswirkt etc. Diese Abgaben leisten Babysitter in der Regel nicht.

Noch ein Unterschied ist, dass sich sowohl Eltern und Alleinerziehende, als auch Betreuungspersonen bei Unklarheiten und für Informationen an MoKiS oder dem zuständigen Jugendamt wenden können. Dies können klassische Babysitter nicht, sie haben häufig keine Anlaufstelle, um geschäftliche Probleme zu klären. Sie müssen häufig alles direkt mit den Familien klären, was u.U. zu prekären Situationen führen kann. Dies wird dadurch begünstigt, dass sie direkt von den Eltern und Alleinerziehenden bezahlt werden und diese gewissenmaßen dadurch Druck ausüben könnten. Das Modellprojekt ist jedoch für alle gedacht und bevorzugt nicht die Besserverdienenden (es fließt kein Geld zwischen Betreuungsperson und Familie).

Ein weiterer Punkt ist, dass bei hohen Kosten für Babysitter das Geld mehr im Fokus stehen könnte, als das Kind oder die Kinder. Bei MoKiS hingegen stehen der Spaß und die Freude mit Kindern zu arbeiten ganz klar im Fokus.

Zusammenfassung der Vorteile einer Kinderbetreuung über Mokis im Vergleich zu einem Babysitter

  • Basis-Qualifizierung (vorerst kostenfrei)
  • Erste Hilfe-Kurs für Kleinkinder und Säuglinge (vorerst kostenfrei)
  • Kontinuität und Verträge für bis zu 6 Monate
  • Vertrag direkt mit dem Jugendamt
  • kein Zahlungsverkehr zwischen Familie und Betreuungsperson
  • Spaß und Freude im Umgang mit Kindern im Fokus
  • keine Abgaben bei geringfügiger Nebentätigkeit (abhängig von Freibeträgen)
  • bei hohen Verdiensten Einzahlungen in Rentenversicherung etc., dabei aber auch angepasstes Entgelt pro Stunde

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